Ein bezaubernder Schwindel

Feuilleton | Feature: Joachim Schätz | aus FALTER 40/13 vom 02.10.2013

Daniel Hoesls Low-Budget-Film "Soldate Jeannette“ ist das Debüt des Jahres. Es erzählt die Geschichte einer außergewöhnlichen Rebellion

Fanni weiß, was sich gehört. Den Überraschungsgästen in ihrer geräumigen Altbauwohnung serviert sie Matcha-Tee und belangloses Geplauder. Dass die beiden gekommen sind, um sie nach Jahren ohne Mieteinzahlungen zu delogieren, ignoriert die Dame von Welt und Geld nicht einmal: "Ich muss euch jetzt alleinlassen. Nehmts euch was ausm Eiskasten, machts es euch bequem.“ Wenn Fanni nachmittags zurückkehrt, sind die Schlösser bereits ausgetauscht.

Fanni ist eine der erstaunlichsten Erfindungen, die das österreichische Kino in den letzten Jahren gesehen hat: auch, aber längst nicht nur, weil sie von der bisher vor allem am Theater aktiven Johanna Orsini-Rosenberg fulminant verkörpert wird statt von einer der zwei, drei üblichen verdächtigen Leading Ladies des heimischen Films. Daniel Hoesls Groteske "Soldate Jeannette“ ist dieses Jahr neben Katharina


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