Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 40/13 vom 02.10.2013

Pop

Drake: Nothing Was the Same

"Don’t talk to me like I’m famous“, rappt der kanadische R&B-Star Drake auf seinem neuen Album. "Nothing Was the Same“ ist ein Konzeptwerk zum Thema Ruhm und wie schwer es fällt, als Berühmtheit Verbindungen und Beziehungen aufrechtzuerhalten. Solche Unterfangen werden schnell weinerlich, doch nicht bei Drake. Es gelingt ihm, die Grundthematik aus den verschiedensten Blickwinkeln spannend zu beleuchten, und auch musikalisch überzeugt das Album mit langsamen, trippigen, überlangen Stücken, in denen man sich verlieren kann. (Cash Money) sf

Jazz

Towner/Muthspiel/ Grigroyan: Travel Guide

Wer erhofft/befürchtet hat, dass die "Supergitarristen“ der 1980er ihre gelockten Häupter wieder erheben würden, wird nach dem ersten Ton enttäuscht/beruhigt: kein virtuoses noodling wird hier geboten, sondern gepflegtes Fingerpicking und sauberst intarsierte Kollektivstickerei im Pianissimo- bis Pianospektrum. Das ist zu Beginn angenehm unwuselig, beginnt später ein bissl zu flirren und hat seine schönsten Momente auf der leicht frisellesken "Blauen Stunde“. So beschaulich, dass man sich über einenGastauftritt des Geistes von Tobi Reiser kaum wundern würde.(ECM) KN

Klassik

Rafal Blechacz: Chopin Polonaises

Nach einem Ausflug in die Welt des Impressionismus ist Rafal Blechacz zu seinen musikalischen Wurzeln, Frédéric Chopin also, zurückgekehrt. Er spielt "Polonaises“; Musik, die Melancholie, aber auch Freude und Energie ausdrückt. Die majestätischen und heroischen Momente, etwa zu Beginn und am Ende der cis-Moll-Polonaise, drücken Chopins Verbundenheit zu seiner Heimat aus. Wie Blechacz auf dem Klavier spricht, singt, erzählt, ist genial; das sind wunderbare Momentaufnahmen von hellwacher Intelligenz und reifer Gestaltungskraft. (DG) mda


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