Alt-Wiener Feuchtgebiete: Ernst Moldens Singspiel "Hafen Wien“ im Rabenhof

Feuilleton | Theaterkritik: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 40/13 vom 02.10.2013

Das Wien, das Ernst Molden in seinem neuen Singspiel beschreibt, gibt es so leider nicht. Moldens Wien ist eine Stadt, in dem der Bobo am Würstelstand eine Bionade bestellt - und wortlos eine Dose Zipfer hingestellt bekommt. Und eine Stadt, in der Worte wie Kombinage (sprich: Kombinäsch) noch einen Sinn haben. Ein Märchen-Wien.

Molden begann als Boheme-Literat und Schauspielhaus-Dramaturg, ehe er die Gitarre entdeckte und statt Romanen und Stücken lieber Songs schrieb, in denen er eine bluesige, raue Version des Wienerlieds etablierte. Logisch, dass er im Rabenhof und mit einem Singspiel erfolgreich zurück zur Bühne fand: Vor drei Jahren wurde dort sein "Häuserl am Oasch“ uraufgeführt.

Jetzt haben Molden und Regisseur Thomas Gratzer mit fast derselben Besetzung den Nachfolger "Hafen Wien“ auf die Bühne gebracht, der nach ähnlichem Muster gestrickt ist; wieder hat Gudrun Kampl ein schönes Scherenschnitt-Bühnenbild in den Rabenhof gebaut, wieder trifft das sagenhafte alte auf


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