Wie Wagner in Wien zum Rassisten wurde

Feuilleton | Ausstellungsrundgang: Nicole Scheyerer | aus FALTER 40/13 vom 02.10.2013

Eine Ausstellung im Jüdischen Museum geht dem Wiener Kult um Richard Wagner und dessen Antisemitismus nach

Richard Wagner liebte es mollig weich und warm. "Mit Eiderdaunen gefüttert und in Carrés abgesteckt“ orderte er 1867 einen neuen Schlafrock bei seiner Wiener Schneiderin Bertha Goldwag. Aus glänzendem "Rosen-Atlas“ sollte der Hausmantel für den Komponisten sein, der sich gern mit altdeutschem Samtbarett auf dem Kopf zeigte. Allerdings musste er im nächsten Brief eingestehen, dass der Seidenstoff doch "zu theuer“ ausfiele.

Wagner mag das Frühstück im Hals stecken geblieben sein, als er von seinen extravaganten Garderobenwünschen zehn Jahre später in der Neuen Freien Presse lesen musste. "Man wird einen deutschen Mann im Schlafrock sehen, mit dem sich auch die putzsüchtigste Pariserin nicht zu messen vermag“, zog der Feuilletonist Daniel Spitzer, der anscheinend zufällig auf die Korrespondenz gestoßen war, Wagner durch den Kakao. Und im Jahr 1906 konnten selbst heftige


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