Ewiger Sommer in Wien

Feuilleton | Romanbegehung: Klaus Nüchtern | aus FALTER 40/13 vom 02.10.2013

Heimito von Doderers Wien- und Raucherroman "Die Strudlhofstiege“ ist neu aufgelegt worden

Jetzt ist es auch schon wieder 47 Jahre her, seit Heimito von Doderer seinen letzten Lungenzug getan hat, und 62 Jahre, seitdem sein bekanntester Roman erschienen ist. Die beiden eher halbrunden Jubiläen hat der seinerseits seinen Vierteltausender begehende C.H. Beck Verlag genutzt, um die veritable Schwarte im hübschen Retrodesign neu aufzulegen. Immerhin: Das jahreszeitliche Timing - das Buch erschien am 26. August - ist untadelig:

"Der Herbst war zu spüren gewesen, hallend und weit, einzelne Laub-Arten zogen da und dort schon einen erglühenden, entzündeten Strich in die Wälder, und wenn ein Zug auf der Westbahnstrecke dahinfuhr, empfand man den Pfiff der Lokomotive von der Einfahrt in den Tunnel und die feine Spur vom Geruch des Rauches in der Luft als gleichsam die Ferne aufschließend, welche in den Wäldern schon gesammelt und bereit stand, um alles dünner und durchsichtiger zu eröffnen,


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