Ein Wein wird sein. Ein Heuriger auch?

Stadtleben | Besuch: Florian Holzer | aus FALTER 40/13 vom 02.10.2013

Der vermeintliche Identitätsbringer kommt abhanden. Schuld ist der Anrainer

Von den drei gastronomischen Säulen Wiens - Kaffeehaus, Beisel, Heuriger - zu sprechen könnte sich bald als nicht mehr ganz zeitgemäß erweisen. Denn im Gegensatz zu den Beiseln, die seit Jahrzehnten eine Renaissance nach der anderen erleben, und den Cafés, deren vorhergesagtes Sterben zumindest in ein viriles Siechtum abgeschwächt werden konnte, geht’s den Heurigen an den Kragen.

Zwei der Hauptprobleme sind hausgemacht: Es gibt keinen Nachwuchs mehr, junge Menschen können sich heute längst Besseres vorstellen, als Touristen mit billigem Wein abzufüllen, in Dirndl oder Lederhose das Backhendl zu jonglieren, um Mitternacht auf der Zither das Harry-Lime-Thema zu geben und um sieben Uhr in der Früh wieder im Weingarten Geiztriebe auszubrechen. Was natürlich ein Klischee und übertrieben ist, dennoch war das Image des Heurigenwirts bis vor kurzem ein eher mittelmäßiges, für eine gut ausgebildete Generation


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