Prost!  Lexikon der Getränke. Diese Woche: Iron Lady

Saftladen mit Konzept: Geschäftsideen und schnelle Drinks

Stadtleben | aus FALTER 40/13 vom 02.10.2013

Drei junge Menschen begeben sich auf Weltreise und kommen mit einer Geschäftsidee wieder retour. Das Ergebnis nennt sich Juice Factory. Frisch gepresste Säfte bilden die Grundlage dieses gleich in der Nähe der Hauptuni platzierten Gassenlokals, wo es nicht nur allerlei alkoholfreie Cocktails, sondern auch Shakes und Snacks in Form von gefüllten Ciabattas zu kaufen gibt.

Betritt man das Lokal, lächeln einen zwei freundliche und vor Gesundheit strotzende Menschen an, denkt man. Grundlagensaft bildet der des süßen Apfels, hinzu kommen Birne, Orange und Banane. Bei "Sergeant Pepper“ gesellt sich der rote Paprika hinzu, zu manch anderen die sympathisch frische Minze. Stangensellerie wird gesichtet und die Rote Rübe. Die Wahl fiel dann auf die politisch fragwürdige "Iron Lady“: Die Zutat junger Spinat in Kombination mit der exotischen Ananas und dem Apfel war zu merkwürdig, um unbestellt zu bleiben. Aber der Saft schmeckt, wie das Lokal wirkt: okay, aber belanglos, eine Art gesunder Schnellimbiss im amerikanischen Look. Man spürt die 1990er und dass es hier ums flotte Geschäft geht: schnell rein und schnell wieder raus, also perfekt für das hungrige Studentenvolk. Man sollte vorher wenig bis gar nichts gegessen haben, zu sättigend sind die süßen Säfte. Für Menschen, die ungern kauen, ist das flüssige Obst perfekt. Man vermisst im Sortiment allerdings das Gewagte, etwas Neues. "Don Caprese“ mit Erdbeer, Apfel, Banane und Basilikum hätte Potenzial. Warum ersetzt man da bloß den Paradeiser? MS


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