Menschen

Ideal

Falters Zoo | Martin Nguyen, Susanne Schwameis, Birgit Wittstock, Christopher Wurmdobler | aus FALTER 40/13 vom 02.10.2013

Stadtschreiber zu sein in einer Stadt, die es noch nicht gibt? Geht das? Ja, so geschehen in Wien. Thomas Ballhausen, Andrea Grill und Hanno Millesi stellten sich dieser Herausforderung und eroberten literarisch Aspern, Teil der Donaustadt im Nordwesten Wiens. Dort liegt eines der größten Stadtentwicklungsgebiete Europas, wo in den nächsten Jahren der neue Stadtteil mit dem etwas umständlichen Titel "Aspern die Seestadt Wiens“ entstehen wird. Die drei Literaten wagten das ungewöhnliche Experiment und setzten sich unter anderem mit Urbanität, Modellen für das Zusammenleben von Menschen, aber auch mit dem Ort Aspern und seinem historischen Hintergrund auseinander. Schließlich war Aspern vor mehr als 200 Jahren Schauplatz der Schlacht gegen das sieggewohnte Heer Napoleons. Auf die Beine gestellt wurde das Kulturprojekt von der Wien 3420 Aspern Development AG und dem Literaturhaus Wien. Die Ausbeute der drei Stadtschreiber liegt in gedruckter Form nun vor. "aspern. Reise in eine mögliche Stadt“ wurde im Literaturhaus von Thomas Blimlinger (Bezirksvorsteher Neubau), Josef Lueger (Wien 3420), Robert Huez und Barbara Zwiefelhofer (Literaturhaus) vorgestellt.

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Das Stadtkino am Schwarzenbergplatz ist Vergangenheit, es leuchtet nun im Künstlerhaus und feierte den Umzug mit einem filmischen Triplepack. Das neu gestaltete Foyer wurde von Architektin Gabu Heindl mit Knotzecken besetzt, die Gastronomie kommt von "Ludwig und Adele“. Gerührt begrüßte Stadtkino-Chef Claus Philipp bei der Premiere den Regisseur Nicolas Philibert, der für seinen Film "La maison de la radio“ extra angereist war und dem Stadtkino "ein langes Leben“ wünschte. Oui, oui!

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Gleich nebenan, im Brut, gab es dann noch eine Premiere. Nämlich für den neuen, monatlich stattfindenden Club mit dem naheliegenden Namen "Brutto“. Fürs erste Mal konnten die Neo-Clubbetreiber Rania Moslam, Lisa Kortschak und Gregor Mahnert dann auch die Musikerin Eva Jantschitsch (Gustav) für einen klitzekleinen, aber dafür sehr lauten Gig gewinnen. Frau Gustav, so war von den Veranstaltern zu erfahren, mag nur noch mit Band auftreten, und so spannte das Trio sie mit einer ausgesprochen großen Band zusammen: der Musikarbeiterinnenkapelle. So hatte die Sängerin fast 50 Musikarbeiterinnen und Musikarbeiter im Rücken, und man spielte gemeinsam das gemütliche Gustav-Lied "Alles renkt sich wieder ein“, eine Nummer vom Jeans Team und die sehr schnelle "Rote Liebe“ von Ideal. Idealzustand.

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Und dann erreichte uns noch eine Nachricht aus der großen Welt des Films. "Rush - Alles für den Sieg“, der Film über das Leben von Niki Lauda, hatte Montagabend im Gartenbaukino Premiere. Auf dem roten Teppich erschien neben Niki Lauda sein Film-Alter-Ego, der deutsche Filmschauspieler Daniel Brühl. Auch der Schlagerstar Hansi Hinterseer machte seine Aufwartung; ebenso im Scheinwerferlicht sonnten sich Francesca von Habsburg, in einer Robe von Dior, und heimische Prominenz wie etwa Ex-Fußballer Toni Polster und Profil-Chef Christian Rainer. Lauda, der seinen Unfall heute scherzhaft als "Barbecue“ bezeichnet, hatte im Vorfeld gesagt, dass ihn der Film sehr bewegt habe. Schließlich habe er die Szenen nach dem Unfall im Spital noch nie in der Außenansicht gesehen. Der Blockbuster-Regisseur Ron Howard ("The Da Vinci Code - Sakrileg“, "A Beautiful Mind“) zeichnet den legendären Zweikampf von Lauda und seinem britischen Konkurrenten James Hunt nach. Lauda erschien wie immer mit seinem roten Kapperl.


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