Film Neu im Kino

Hochtourig bedeutsam: Dani Brühl als Niki Lauda

Lexikon | Dr. Robnik | aus FALTER 40/13 vom 02.10.2013

Formel 1 als Pathosformel, Autorennen als Authentiktest, das Spiel mit dem nahen Tod als Spiegel eines Lebens, das uns heute echt und fern anmuten soll. Geht's in "Rush" gar um Universelles? Solch ein Zug ins Schlechthinige ist historisch zu verstehen. Nicht nur feiert hier der Neoliberalismus sich selbst im Rückblick auf Pop- und Technokulturen seiner Frühzeit, konkret: Formel-1-(Party-)Rummel 1976. Mehr noch, spezifischer auch: "Rush" ist Selbstbild eines aktuellen Neoliberalismus, der "die Krise" intakt überstanden hat und nach Aufprallschäden unbeirrt dieselbe Tour weiterfährt.

Wenn eine öd inszenierte Runde eh nicht stört, warum nicht 74 davon? Wenn das Konfliktschema (Betthase James Hunt vs. Technokrat Lauda, Leistung aus Spaß vs. Leistung aus Selbstzucht) nach fünf Minuten ausgemalt ist, warum nicht 118 weitere breittreten? Wieder Drama mit ungleichen Rivalen, Medienevent und Schlussapplaus von Ron Howard ("Apollo 13", "Frost/Nixon"); wieder Alexandra Maria Lara ("Der Untergang","Der Baader-Meinhof-Komplex") als Rehauge neben narzisstischem Power-Animal, das hier, gespielt von Daniel Brühl, Wiener(engl.)isch statt Deutsch redet.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Artis und Haydn)


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