Theater Kritik

Die träumen, die Römer!

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 40/13 vom 02.10.2013

Shakespeares aus guten Gründen relativ unbekanntes Stück "Cymbeline" firmiert in den Folio-Ausgaben als Tragödie, gilt aber wegen der märchenhaften Züge heute als Romanze. Mit dem historischen Keltenkönig, dessen Namen es trägt, hat es sowieso nichts zu tun. Bruno Max wagt sich dennoch an den Stoff. Er inszeniert die Geschichte um eine unstandesgemäße Ehe, stiefmütterliche Intrigen, seit langem verschwundene Söhne, Verkleidungen, Verwechslungen, römisch-imperiale Tributforderungen und durch höhere Gewalten herbeigeführte glückliche Vereinigungen als Traum des Protagonisten Leonatus. Die triste Realität sind Sweatshops und Mafiabars des frühen 20. Jahrhunderts. Vor ruinös-aufwendigen Kulissen funktioniert das überraschend gut.

Scala, Fr, Sa, Di-Do 19.45 (bis 19.10.)


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