Kommentar 

Zur Sache, bitte! Warum spekulieren wir über Köpfe statt Themen?

Politischer Stil

Falter & Meinung | Barbara Tóth | aus FALTER 41/13 vom 09.10.2013

Vom Wiener Bürgermeister Michael Häupl, den man trotz seines Heurigenwirtgetues getrost einen der letzten Intellektuellen der SPÖ nennen darf, stammt die bislang treffendste Definition des österreichischen Wahlkampfes als "Zeit fokussierter Unintelligenz“. Sehr schade, dass sich Häupl damals, anno 1995, nicht auch gleich ein Bonmot für die Ideenleere nach dem Wahlsonntag einfallen ließ. Sie ist mindestens genauso frappierend, seitens der Politik wie seitens der Medien.

Oder gibt es in der Woche II nach dem 29. September wirklich nichts Spannenderes als Personalspekulationen und Koalitionsfarbenspiele? Wen interessiert es, dass Finanzministerin Fekter (ÖVP) schon als Nationalratspräsidentin gehandelt wird? Wäre es nicht viel wichtiger zu erfahren, wie viel den Staat das Hypo-Alpe-Adria-Bank-Desaster kosten wird, was das für den Budgetpfad und die diversen Steuerreformversprechen bedeutet?

Auch fein, zugemauschelt zu bekommen, dass Sebastian Kurz (ÖVP) Zukunftsminister werden


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