Kolumne  

Lampedusa: Lässt eine eiskalte EU Italien wirklich im Stich?

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Raimund Löw
Falter & Meinung | aus FALTER 41/13 vom 09.10.2013

Die italienische Regierung hat recht. Die Flüchtlinge, die in Lampedusa landen, wollen nicht primär nach Italien. Genauso wie die Afghanen, die über die Türkei nach Athen kommen, oder die Syrer in Bulgarien. Europa ist das Ziel. Dass eine hartherzige EU Italien mit der Flüchtlingssituation im Stich lässt, ist trotzdem zu kurz gegriffen.

Einwanderungspolitik liegt in der Verantwortung der Mitgliedsstaaten. Daran wollte auch die Regierung in Rom nie rütteln. Schlimmer: Die Europaabgeordnete Ska Keller, Migrationsexpertin der Europäischen Grünen, berichtet, dass Italien und andere Mittelmeerstaaten jede Mitsprache Europas im Bereich der Seenotrettung blockieren. Man wollte verhindern, dass vermeintlich ignorante Schweden oder penible Deutsche der italienischen Küstenwache auf die Finger schauen.

Nationaler Egoismus und Ignoranz gegenüber der humanitären Katastrophe im Mittelmeer sind gleichmäßig verteilt auf dem Kontinent.

Bis vor drei Jahren waren die nordafrikanischen Diktatoren

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