Der Engel der Gestapo

Politik | Porträt: Judith E. Innerhofer | aus FALTER 41/13 vom 09.10.2013

Er rühmte sich, Wien "judenfrei“ gemacht zu haben, und wurde zweimal zum Tode verurteilt. Ein neues Buch widmet sich dem widersprüchlichen Leben des Polizisten und "Judenreferenten“ Karl Ebner, der in der Zweiten Republik als Hausverwalter in Frieden leben durfte

Die letzte Hoffnung vor der Hölle heißt ausgerechnet Himmler. "Unter meiner Leitung des Judenreferats wurde Wien eine judenfreie Stadt“, schreibt im Frühjahr 1945 ein 44-jähriger Häftling aus dem Kerker in Traunstein, dem Obersten SS- und Polizeigericht, an den Chefarchitekten des Holocaust. Er, Karl Ebner, sei es doch gewesen, "der die Judenfrage in Wien, wohl der verjudetsten Großstadt des Großdeutschen Reiches, in einwandfreier und kompromissloser Weise gelöst“ habe. Heinrich Himmler möge also, so der inbrünstige Appell, "das gegen mich ergangene Todesurteil im Gnadenwege aussetzen und mir Gelegenheit geben, durch Bewahrung an der Front meine Schuld zu büßen“.

Heinrich Himmler kennt kein Erbarmen. Theodor


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