Im Schlafwagen an die Weltkriegsfront

Politik | Rezension: Norbert Mappes-Niediek | aus FALTER 41/13 vom 09.10.2013

Christopher Clark beschreibt den Ausbruch des Ersten Weltkriegs als große Tragödie - und sieht dabei frappante Parallelen zur Eurokrise

Selten fällt ein Gedenktag so glücklich wie der große im nächsten Jahr. Am Vorabend des Ersten Weltkriegs agierten viele verantwortliche Akteure mal mehr, mal weniger verantwortlich im Bemühen, eine drohende europäische Katastrophe abzuwenden. Ganz wie heute in der Eurokrise. Der große Schurke war nicht unter ihnen, aber jeder Einzelne hatte den Kampf gegen das große Verhängnis gegen andere Interessen abzuwägen: die seiner Nation, seiner Partei oder seiner selbst. Damals wie heute.

"Die ganze Zeit über“, schreibt Christopher Clark treffend, "nutzten die politischen Akteure während der Eurokrise die Möglichkeit einer allgemeinen Katastrophe aus, um sich bestimmte Vorteile zu verschaffen.“ Genau dieses Verhältnis macht der Historiker in den Jahren 1911 bis 1914 aus. Den Gegenwartsbezug braucht Clark nicht erst herbeizuschreiben. Energie


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