Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 41/13 vom 09.10.2013

Es ist mühsam wie das Aufstehen nach einer Bergrast. Der Beginn der neuen Staffel einer TV-Serie ist immer eine Qual. Warum tut man sich die x-te Staffel von "Mad Men“ an, obwohl man weiß, dass die Drehbuchschreiber ausgelaugt sind und sich Vater Don Draper längst in einen Großvater verwandelt hat. Wäre seine wunderbar emotionslose Ehefrau Betty doch nur in Staffel 3 gestorben; man müsste sie in Staffel 6 nicht als dramaturgischen Unfall in Form einer fetten, frustrierten Hausfrau bemitleiden. Nicht anders erging es mir beim Neustart von "Borgen“ (Arte, Do 21 Uhr).

Zwei Staffeln lang verkörperte Sidse Babett Knudsen einen neuen Typus von Politikerin, sachlich und engagiert. Nun kehrt sie als neoliberale Hardlinerin mit humanitärem Deckmäntelchen zurück und will eine Partei der Mitte gründen. In ihrem Bett liegt jetzt ein aalglatter Manager. Ich fürchte, dieses Stück des Weges muss sie nun ohne mich gehen.


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