One-Man-Show mit Selbstzweifeln

Feuilleton | Einordnung: Matthias Dusini | aus FALTER 41/13 vom 09.10.2013

Das Kunsthistorische Museum zeigt Lucian Freud, den expressiven Einzelgänger der britischen Malerei

Mit dem britischen Maler Lucian Freud (1922-2011) stellt das Kunsthistorische Museum Wien einen Einzelgänger der spätmodernen Kunst vor. Der Enkel Sigmund Freuds kam in Berlin zur Welt und flüchtete mit seiner Familie im Jahr 1933 vor den Nazis nach England, wo er eine Ausbildung als Bildhauer begann, ehe er zur Malerei wechselte.

Mit kraftvollem Realismus widersetzte er sich der modernistischen, abstrakten Ästhetik seiner Zeit, erst in den 1990er-Jahren begann sein Aufstieg zu einem der populärsten und auf dem Kunstmarkt am höchsten gehandelten Künstler seiner Zeit. Seine vielen Liebesaffären mit Aristokratinnen und Vaterschaften sind auch nach seinem Tod der Stoff für skandalöse Boulevardgeschichten, seine Spielsucht ist ebenso legendär wie seine Abneigung gegen Interviews.

Die figurative Malerei galt nach sozialistischem und nationalsozialistischem Realismus als ideologisch korrumpiert.


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