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Feuilleton | aus FALTER 41/13 vom 09.10.2013

Über Tischmanieren und leibhaftige Abenteuer

Die auf Graphic Novels spezialisierte Rutu Modan hat eine Geschichte über das Benehmen von Kindern verfasst. Im Fall von "Ketchup für die Königin“ (Original: "Maya makes a mess“) geht es um das kindliche Essverhalten, das so manch Erwachsenen wahrlich zur Verzweiflung bringen kann. Maya, die aus unverständlichen Gründen im Deutschen zu Nina wird, macht so ziemlich alles, was man in Gesellschaft als Großer zu vermeiden versucht: verrenkt sitzen, mit dem Sessel schaukeln und mit den Händen essen.

Dass im nächsten Augenblick eine Einladung von der Queen of England herself ins Haus trudelt, ist eine der narrativen Spezialitäten Modans: die überraschende Erzählwendung. Und so wird Nina nach England geflogen, um bei einem großen Dinner teilzunehmen, wo sie aufgrund ihrer bemerkenswerten Tischmanieren einiges an Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann. Mit reduzierter und präziser Linie gelingt Modan hier eine hübsche Parabel über Regeln


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