Überdosis G’fühl

Feuilleton | Emo-Report: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 41/13 vom 09.10.2013

Dem österreichischen Rapper Gerard ist die Hip-Hop-Nische zu klein geworden. Seinem deutschen Kollegen Casper ebenso

Hip-Hop ist nicht tot, aber er befindet sich in einer gehörigen Sinnkrise. Während der Underground die Fahnen hoch und die Beats dick hält, aber nur einen sehr kleinen Hörerkreis erreicht, gibt es im Mainstream zwei Extreme zu beobachten: den für Jugendliche produzierten Provokationssound Marke Bushido, über den sich mittlerweile freilich kaum noch jemand aufregen will und der auch dementsprechend rückläufig ist, sowie nachdenklich-gefühligen Hip-Hop für die Generation 20 plus.

Sowohl der in Wien lebende oberösterreichische Rapper Gerard als auch sein ungleich berühmterer Bielefelder Kollege Casper fallen mit ihren neuen Alben in letztere Gruppe. Beide gelten als Emo-Rapper, weil sie in ihren Texten nicht künstlich den harten Mann markieren, sondern Gefühle zeigen, (Selbst-)Zweifel und Sinnkrisen aufzeichnen und damit nah an der Lebensrealität einer Generation


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