Prost!  

Herbstliches: über Apfelsaft und -sorten, Most und Apfelwein

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Lavanttaler Apfelwein

Stadtleben | aus FALTER 41/13 vom 09.10.2013

Jetzt ist es an der Zeit, über alte Apfelsorten nachzudenken, über das Apfelsaftmachen in Eigenregie, wie man das Zeug haltbar macht und was man sonst noch aus dem Obst herstellen kann. Im Mostviertel gibt es immer noch den politisch unkorrekten Zigeunerapfel: Er hat eine leuchtend rote Farbe, ist klein in der Form und überaus aromatisch. Da gibt es den säuerlich-herben Canada mit der ledrigen Haut - kaum ist er gepflückt, ist er schon fast wieder verdorben. Und der merkwürdig groß gewachsene Ontario, der in Schneewittchenmanier eine grüne und eine rote Seite hat, schmeckt gar nicht so, wie er aussieht - ganz süß nämlich. Im Lavanttal gibt es wiederum einen Apfel, der nach Banane schmeckt und deshalb danach benannt wurde: Lavanttaler Bananenapfel. Das Lavanttal rühmt sich damit, eine lange Tradition im Obstbau aufzuweisen, was direkt zum Thema Most führt, der zwecks Vermarktung gerne Apfelwein genannt wird. Most erwärmt das Herz, wenn man ihn selbst hergestellt hat, und beim Apfelwein muss ein gewisses Aroma herausgeschält werden, um das Wörtchen Wein für sich verbuchen zu dürfen. Bei "Pomona’s Heimat Lavanttaler Apfelwein“, der über das Lagerhaus Lavanttal produziert und vertrieben wird, muss man schon sehr durstig sein, um Gefallen an ihm zu finden. Der so hochgejazzte Bananengeschmack ist durch die Vergärung komplett verschwunden - man hat sich kaum Mühe gemacht, das Beißende des Mosts loszuwerden, geschweige denn irgendein Aroma zu erhalten. Das Preis-Leistungs-Verhältnis liegt hier sehr im Argen. MS


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