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Bald ist eine Ruh!

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 41/13 vom 09.10.2013

Die angesehene Fernsehserie "Borgen - Gefährliche Seilschaften“ erzählt die Geschichte einer dänischen Ministerpräsidentin, die als Idealistin antritt, nach und nach aber vom machtpolitischen Poker in Mitleidenschaft gezogen wird. Politik, so legt es die Serie nahe, ist ein mit Bedacht inszeniertes Schauspiel. Wie camoufliert man fachgerecht die wahren Beweggründe seines Tuns und Handelns, damit nichts am Image kratzt. Vor allem: Wie manipuliert man die Presse - und damit das Wahlvolk?

Der Wahlkampf hierzulande ist geschlagen. Man zweifelt keine Sekunde daran, dass es derzeit in den steirischen Politbüros so zugeht, wie in dieser skandinavischen Serie. Die ÖVP etwa hat eine bekannte Motivforscherin mit einer Studie beauftragt, die klarstellen soll, dass die Landespartei am schlechten Wahlergebnis gar nicht schuld sei. Die Grünen und die KPÖ schießen sich auf den Regress ein. Weil kaum Zweifel daran besteht, dass dieser die beiden Großparteien viele Stimmen gekostet hat? Zudem ist letzte Woche die Opposition aus einem Unterausschuss des Landtages ausgezogen, um abermals zu demonstrieren, dass mit den Reformpartnern nicht zu reden ist. Und in der Parteizentrale der SPÖ in Eggenberg machte der ranghöchste Gewerkschafter klar, dass man die FPÖ nicht ausgrenzen dürfe, weil alles Demokratie hier. Und auch der Landeshauptmann beteuerte, dass er Demokrat sei.

Der Fernsehgeschädigte mag hinter all dem strategisches Blendwerk vermuten. Es braucht Konzentration, um da durchzublicken. Aber bald werden wir alles besser verstehen - die lästigen Laubbläser werden kommendes Jahr verboten. Dann wird uns nichts mehr aus der Ruhe bringen.

Tiz Schaffer ist Redakteur des Steiermark-Falter


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