Kunst Kritiken

Malerei ja, aber bitte ohne Pinseln

Lexikon | N S | aus FALTER 41/13 vom 09.10.2013

Als "verkopfte Ausstellung" bezeichnet Christian Eisenberger seine aktuelle Schau in der Galerie Konzett, und das bezieht er nicht auf hohe Geistigkeit. Vielmehr stellt der Kopf das Hauptmotiv seiner jetzt gezeigten Gemälde dar. Aus hohlen Augen glotzen den Betrachter unzählige Schädel an, für die der Künstler mit Sanitärsilikon ebenso wie mit wilden Mischungen aus Öl- und Wasserfarben experimentiert hat. Das Ergebnis lässt an Geisterfotografien denken oder an Memento-Mori-Totenköpfe aus der Kunstgeschichte. Noch stärker in die Richtung von Erscheinungen gehen Rauchbilder, bei denen Eisenberger über dem Feuer ebenfalls Schädel zuwege bringt. Hier ist viel Humor erkennbar, aber auch genuine Expressivität und Besessenheit. Ein Bild zeigt Buffalo Bill und Sitting Bull, jedoch ohne Pinselstrich, denn der wurde mittels Folie getilgt.

Konzett Gallery, bis 2.11.


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