Möbelrücken und Geistervermöbeln: "Insidious II"

LEXIKON | DR. ROBNIK | aus FALTER 42/13 vom 16.10.2013

Bei "Insidious: Chapter 2" ist manch unwillkommene Ironie am Werk. Das Spukhaussequel scheint von jenen Horrorfilmen (bis hin zum Sommerhit "The Conjuring") abzukupfern, die ihrerseits an den Erfolg von "Insidious" (2011) anknüpften. Dessen Macher - James Wan/Regie und Leigh Whannell/Drehbuch (und einer der beiden unlustigen Comic-relief-Geisternerds) - tun sich für Teil 2 nicht zuwenig an, sondern zuviel: Dieses haunted house ist zu prall gefüllt, dieser Familienfluch zu vollmundig.

Teil 1 ging von Leere und Beiläufigkeit im White-Middle-Class-Alltag aus: Ein paar Sounds, Huscher und kaltweiß strahlende Lampen vor viel schwarzgetöntem Mobiliar machten alles sehr unheimlich -bis der Film in Familienparapsychologie, Kostümpomp und pathetischer Jenseitsaction endete. Da knüpft Teil 2 nahtlos an, will sofort viel, fährt reichlich Plot, Dialog und Figuren auf, setzt einen queernessfeindlichen Ton und die Unsitte, sich mit Geistern zu prügeln, als wären sie Kickboxer, fort. Als obermorbid erklingt nun das Lied "Row the Boat"(2011 noch "Tiptoe through the Tulips"). Ein paar Mal geht der Kleiderkasten- und Klopfzeichenschmäh eh noch rein.

Ab Fr in den Kinos (OF im Artis)


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