Die Akte Ytong

Politik | Bericht: Wolfgang Zwander | aus FALTER 42/13 vom 16.10.2013

Der Lockspitzel der Polizei wollte Kokain, unbedingt. Der kleine Gauner verkaufte ihm einen Ytong-Stein und bekam 30 Monate, unbedingt. Die Chronik eines Polizei- und Justizskandals

Als Goran ein Angebot erhält, das er seiner Meinung nach nicht ablehnen kann, ist er 21 Jahre alt, pleite, rund um die Uhr eingeraucht, hat Gefängniserfahrung und ungefähr fünf Vorstrafen. So genau weiß er das selbst nicht. Am 15. Jänner dieses Jahres ruft ihn überraschend seine Tante Anka an, mit der er nicht sehr eng ist. Anka fragt Goran, ob er sich nicht umhören könne, sie kenne da jemanden, der wolle zwei Kilo Kokain für 90.000 Euro kaufen. Der Käufer sei "ihr Nachbar, super Junge, dem kann man vertrauen“.

Goran kann nicht glauben, was er da hört. Er sieht nur noch Euro-Zeichen vor seinen Augen. So erzählt er es heute. Mit einer Summe wie die 90.000 Euro hatte der serbischstämmige Wiener in seinem ganzen Leben noch nie zu tun gehabt, geschweige denn sie besessen. Bisher hatte er auch noch


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