Wider den Alzheimer in der Bildungspolitik

Politik | Rezension: Kurt Scholz | aus FALTER 42/13 vom 16.10.2013

Der Wiener Bildungsreformer Norbert Kutalek ruft in Erinnerung, welches progressive Erbe Österreich bei der Schulpolitik vorzuweisen hätte

Zu den zahllosen Versäumnissen der österreichischen Bildungspolitik gehört ihre Geschichtslosigkeit. Während die bahnbrechenden bildungspolitischen Leistungen Wiens in den Jahren 1918 bis 1934 in Ausstellungen mehr beschworen als aktuell nachvollzogen werden, sind die Leistungen emanzipatorischer Pädagoginnen und Pädagogen nach 1945 sträflicherweise in Vergessenheit geraten.

Wer keine Vorbilder kennt, empfindet sich selbst als einmalig - dieser Satz könnte als Titelzeile über den Schuldebatten der letzten Jahrzehnte stehen. So wie sich demente Personen eher an weit Zurückliegendes erinnern als an das, was in der jüngeren Gegenwart passiert ist, loben sozialdemokratische Bildungspolitiker lieber die kurze Reformperiode der 1920er- und frühen 1930er-Jahre, als sie zum Maßstab für die Gegenwart zu nehmen.

Das Vergangene wird in Ausstellungen


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