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Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 42/13 vom 16.10.2013

Pressekolumne

Es war ein Schock für alle Katzenliebhaber. "Neue Uni-Studie: Katzen hassen streicheln“, schrieb die Gratiszeitung Heute vergangene Woche aufs Cover. "Berührungen machen unsere Stubentiger nervös!“, warnt das Gratisblatt. Ist das Schnurren der Kätzchen, die gestreichelt werden, bloß Ausdruck größter Verzweiflung der kleinen Tiere? Sind Katzenhalter egomane Tierquäler? Ja, meint Heute. "Im Test reagierten Miezen auf sanfte Berührungen mit einer verstärkten Ausschüttung von Stress- und Angst-Hormonen“, steht im Gratisblatt.

So viel Gemeinheit gegenüber den Kätzchen hat auch die Wissenschaftsredakteure von orf.at bewegt. Sie haben beim Autor der Katzenstudie nachgefragt. "Katzen wollen doch gestreichelt werden“, stellt orf.at klar. Lediglich die kleine Gruppe Vierpfoter, die Streicheln prinzipiell nicht mag, will auch nicht liebkost werden, erklärt der Katzenforscher. Aber wer wird sich schon von Wissenschaftlern eine fetzige Coverzeile zerstören lassen?


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