Folgenlose Verheerungen

Feuilleton | Bekehrungsprotokoll: Gerhard Midding | aus FALTER 42/13 vom 16.10.2013

Die Filme von Jerry Lewis sind grell und infantil? Schon möglich. Sie sind aber auch verdammt großartig und von einer Hintersinnigkeit, die man leicht übersieht

Vor etlichen Jahren erlebte ich bei der Einreise in die USA einmal eine kuriose Konfrontation der Kulturen, in der er eine nicht unwichtige Rolle spielte. Bei der Passkontrolle in New York wurde ich von zwei Beamten aufgefordert, ihnen in ein Büro zu folgen. Das war in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre, mithin vor dem 11. September, und da ich zeitlebens nie Bartträger gewesen bin, war ich ohnehin unverdächtig, Terrorist zu sein.

Der Einreise stellte sich eine andere Hürde in den Weg. Aus Gedankenlosigkeit hatte ich bei der Frage nach dem Grund meiner Reise mit "beruflich“ geantwortet. Sogleich trat der amerikanische Protektionismus auf den Plan: Würde ich durch meine Arbeit nicht einem einheimischen Journalisten den Job wegnehmen?

Diesen Verdacht glaubte ich, leicht ausräumen zu können. Das Verfahren zog sich dennoch


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