Es wiehern die Wolken, es blitzt der Sonne Schwert

Feuilleton | Literaturpflege: Klaus Nüchtern | aus FALTER 42/13 vom 16.10.2013

Wer das Reclam-Heft nicht ehrt, lebt verkehrt. Georg Büchners Erzählfragment "Lenz“ ist noch immer voll der Hammer

Georg Büchner ist gegessen. Der Mann, der 23-jährig an Typhus starb und sein naturgemäß recht überblickbares Œuvre innerhalb von drei Jahren schrieb, ist als "Klassiker“ dermaßen durchgesetzt, dass sein 200. Geburtstag nicht gerade von einem Publikationstsunami begleitet wird (kein Vergleich mit Jean Paul, der im Frühjahr seinen Vierteltausender beging).

Und dennoch darf man nicht darauf bauen, dass dieser Autor seine Leserinnen und Leser schon finden wird. In Zeiten, in denen Literaturkunde und Kanonpflege längst durch den verschämten Versuch ersetzt wurden, die Schüler dort "abzuholen“, wo sie sind - also irgendwo zwischen Cornelia Funke und dem literarischen Nirwana -, kann man froh sein, wenn die Absolventinnen und Absolventen einer Mittelschule Büchner vom Hörensagen kennen.

Büchners Diss übers Nervensystem der Barbe muss man in der Schule nicht machen,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige