Fünf Burgtheater-Direktoren im Vergleichstest

Feuilleton | Bericht: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 42/13 vom 16.10.2013

Sie wollen nur reden: Das Burgtheater feierte mit einem "Jubiläumskongress“ den 125. Jahrestag des Hauses am Ring

Der "Jubiläumskongress“ des Burgtheaters war ein Redemarathon. An drei Tagen referierten oder diskutierten 30 Teilnehmer insgesamt fast 14 Stunden lang über das Burgtheater und das Theater an sich. Dass sich unter den Vortragenden auch sämtliche noch lebenden Burgtheater-Direktoren befanden, schuf die reizvolle Gelegenheit, an ihrer Performance den Charakter ihrer Intendanzen abzulesen. Der aktuelle Intendant Matthias Hartmann beschränkte sich am Freitag auf saloppe Grußworte ("Happy Birthday, altes Haus!“), kann hier also nicht bewertet werden. Die Rede von Achim Benning (1976-1986) war zwar nicht ohne Witz, aber auch etwas glanzlos - das könnte erklären, warum seine Ära unter Wert gehandelt wird. Klaus Bachler (1999-2009) trug einen perfekt sitzenden Maßanzug, fühlte sich aber sichtlich unwohl in seiner Haut; sein um ein Rilke-Sonett mäandernder Vortrag war


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