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Medizin auf dem Prüfstand

Feuilleton | aus FALTER 42/13 vom 16.10.2013

Wie gefährlich ist eine Krankheit, an der zwar drei Prozent der Männer sterben, aber im Durchschnitt gut drei Jahre über der gemittelten Lebenserwartung? Urologen leben von der Angst vor dem Prostatakrebs. Pathologen in Detroit untersuchten die Prostatadrüsen von 525 Unfallopfern: Bei mehr als 80 Prozent der 70- bis 79-Jährigen und über 30 Prozent der 30- bis 40-Jährigen fanden sie einen zuvor undiagnostizierten Krebs. Bei Gynäkologen entsprechen dem die PAP-Abstriche und Überweisungen zur Mammografie sowie Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft, für die kein Nutzen nachgewiesen ist. Der Medizin-Professor Gilbert Welsh demaskiert Früherkennung und ausufernde Diagnostik, die Folgeuntersuchungen, überflüssige Behandlungen und unnötige Angst auslösen. Nicht die zunehmende Lebenserwartung sei der größte Kostentreiber im Gesundheitswesen, sondern der Wahn, immer mehr gesunde Menschen immer gründlicher zu untersuchen. SL

Gilbert Welsh: Die Diagnose-Falle. Wie Gesunde


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