Künstlerin ohne Kategorie


Besichtigung: Matthias Dusini
Feuilleton | aus FALTER 42/13 vom 16.10.2013

So aktuell kann nur Kunst sein: Die Künstlerin Ursula Mayer mixt im 21er Haus Genres, Geschlechter und Medien

Aber wir haben sie geliebt“: Ein Trauergast hielt ein Stoffbanner mit diesem Schriftzug hoch, als die ehemalige Premierministerin Margaret Thatcher am 24. April in London beigesetzt wurde. Das von einer Tageszeitung publizierte Foto brachte die zwiespältigen Gefühle vieler Briten gegenüber der Politikerin zum Ausdruck: Thatcher hatte zwar die Gewerkschaften bekämpft und einen sinnlosen Krieg geführt, aber irgendwie war sie einem doch ans Herz gewachsen.

Die in London lebende österreichische Künstlerin Ursula Mayer war über die heftigen Emotionen verwundert, die der Tod Thatchers auslöste. Sie machte den Slogan "But we loved her“ zum Titel ihrer Ausstellung, der auch ein vages politisches Statement transportieren soll: Sind wir Künstler und Kunstliebhaber nicht auch alle Teil dieses von Thatcher repräsentierten, auf wirtschaftlichen Wettbewerb ausgerichteten Systems?

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