Auf eiskalten Schienen

Steiermark | Eisenbahngeschichte: Heimo Halbrainer | aus FALTER 42/13 vom 16.10.2013

Eine Ausstellung im GrazMuseum beleuchtet die Rolle der österreichischen Bahn im Nationalsozialismus. Über Widerstand, Deportation und Sabotage in der Steiermark

Insgesamt 68 Frauen wurden in Ketten gelegt, gefesselt, schwer bewacht und in zwei Lastautos nach Bruck an der Mur gebracht. In Bruck an der Mur kam ein Gefangenentransportzug mit Viehwaggons aus Graz an. Wir wurden in diese Viehwagen zugeladen. Eine dünne Schütte Stroh war die ganze ‚Einrichtung‘. Wir konnten nicht liegen, wir konnten nicht sitzen, so eng gedrängt waren wir. Acht volle Tage dauerte die Fahrt. Unterwegs gab es nur ein wenig Margarine und Brot. Wasser gab man uns überhaupt keines. Zum Notdurftverrichten wurden wir zweimal am Tag für wenige Minuten aus dem Wagen gejagt, die Wache stellte sich mit aufgepflanztem Seitengewehr und schussbereit unmittelbar neben uns auf. Nun sollten und mussten wir auf Befehl vor den Augen der Wachmannschaft und vor allen anderen die Gleisanlagen der Bahn als Abort benützen.


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