Theater Tipp

Trio in SS-Dur: Zähmung eines Roman-Monsters

LEXIKON | WK | aus FALTER 42/13 vom 16.10.2013

Jonathan Littells Roman "Die Wohlgesinnten" (2006) ist ein Monster von einem Buch: Der SS-Offizier Maximilian Aue erzählt darin auf 1350 Seiten vom Holocaust -aus Täterperspektive. Für seine dreieinhalbstündige Bühnenversion im Schauspielhaus hat der italienische Regisseur Antonio Latella den Roman in eine strenge Sonate für drei Schauspieler und einen Sänger (Maurizio Rippa) transponiert. In der hochmusikalischen Inszenierung verzichtet Latella auf jede Form von Nazi-Folklore und konzentriert sich auf drei Figuren: den fiebrigen Maximilian (Thiemo Strutzenberger), dessen dekadenten SS-Freund Thomas (Steffen Höld) und Aues inzestuös geliebte Schwester Una (Barbara Horvath). Der Abend ist nicht ganz einfach, aber er wirkt.

Schauspielhaus, Fr, Sa 20.00


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