Musiktheater Kritik

Wahnsinnsarie und Sterben wie vor 150 Jahren

HR | aus FALTER 42/13 vom 16.10.2013

Peter Ackroyd formte drastisch das Libretto zu "A Harlot 's Progress" nach einer Bilderchronik von William Hogarth. Es geht um sexuelle Gewalt, Kuppelei und Hurerei im London des 18. Jahrhunderts. Die Musik der Oper von Iain Bell wirkt so, als habe der Komponist selten etwas von Britten, Strawinski oder Birtwistle gehört, selbst der Wahnsinnsmonolog in "Lucia di Lammermoor", wie ihn auch Diana Damrau schon dargeboten hat, ist aufregender. Im einer Art "Passionsspiel" singt sie sehr gut die Hauptpartie, wird auf Vermittlung einer Kupplerin die Gespielin eines Reichen, verfällt einem Ganoven, bekommt ein Kind, um das sich (die gute) Tara Erraught kümmert. Den ganzen zweiten Teil lang muss sie unter Syphilis und Wahnvorstellungen leiden und langsam sterben.

Theater an der Wien, Fr, Mo, Do 19.00


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