Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

aus FALTER 43/13 vom 23.10.2013

Das Wesen dieser Kolumne besteht darin, dass sie von der Hand in den Mund lebt: Wer reflektiert, wird massakriert. Drei Fragen, die innert der letzten halben Stunde an mich gerichtet wurden, müssen für diesmal gut genug sein. Sie lauten: 1.) "Bist du in der Krawatte?“ 2.) "Wo sind meine Soletti?“ 3.) "Wo ist der Minzestößel?!“ Sie können hier nicht hinreichend beantwortet, aber doch ansatzweise erklärt werden.

1.) Als "Krawatte“ wird jener Kommentar auf der Meinungsseite (siehe S. 6) bezeichnet, der zwischen der "Glosse“ und dem "Standpunkt“ liegt und wegen seiner vertikalen Erstrecktheit so genannt wird. Befindet sich bereits jemand im Textrahmen der Krawatte, wird allen weiteren Personen mit potenzieller Zugriffsmöglichkeit die Realisierung ebendieser verweigert, was die Wahrscheinlichkeit eines Unmutstsunamis stark erhöht.

2.) Das Possessivpronomen ist im Falle der genannten Soletti als provokativ-kalkulierte Anmaßung des Herausgebers zu werten, der aus dem Umstand, dass auf dem Knabbergebäckbord der Dark Star zu Redaktionsschluss mitunter Knisterfoodgroßpackungen zur allgemeinen Nutzung bereitstehen, einen Anspruch abzuleiten versucht, der juridisch völlig unhaltbar ist.

3.) So wie eine Pfeffermühle oder ein Eiklartrenner ist auch der Minzestößel ein zur Zubereitung bestimmter Cocktails unverzichtbares Requisit und sollte in keiner Redaktion fehlen. Wolfgang Kralicek hasst es, seine Mojitos mit dem Holzgriff eines Kapselhebers zubereiten zu müssen. Unmutstsunami! KLAUS NÜCHTERN


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