Meinesgleichen Die Ästhetik der Windräder und das EU-Parlament

Falter & Meinung | aus FALTER 43/13 vom 23.10.2013

Ein neues Kapitel im Kampf um die Windkraft? Die EU hat es möglicherweise aufgeschlagen. Und es klingt nicht schlecht. Der Zeitschrift Focus zufolge hat das EU-Parlament einen Entwurf der Kommission für eine Richtlinie verschärft. "Optische Auswirkungen“ werden in dem Änderungsantrag als "Veränderung des Erscheinungsbilds oder der Ansicht der gebauten oder natürlichen Landschaft und städtischen Gebiete“ betrachtet. Windräder, welche "die Sicht auf die Natur einschränken und die Harmonie der Landschaft stören“, wären demzufolge nicht zu genehmigen. Die letzte Entscheidung liegt bei den Mitgliedsländern.

Mittlerweile sollen ja bereits Windräder mit einer Höhe von 300 Metern genehmigt werden. Bei aller freundlichen Neigung zu alternativen Energien und zum Ausstieg aus Atomkraft und fossilen Energieträgern kann man doch nicht so blind sein, wie manche Grüne und Alternative es in dieser Sache sind, und bedingungslos dem Profitdenken Einzelner den Anblick einer ganzen Landschaft opfern. Es ist umso schlimmer, wenn sich die Gier mancher Windradbetreiber als alternatives Engagement maskiert und so tut, als ginge es ihnen um die Energiewende. Umweltschutz beinhaltet eben auch eine ästhetische Komponente, und gerade Gegenden, deren einziges Kapital der Anblick einer einigermaßen unversehrten Landschaft darstellt, sollten sich vor technischen Monsterbauten hüten. Hoffen wir auf die Weisheit des EU-Parlaments!


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