"Europa lässt den Lieferanteneingang offen“

Politik | Interview: Gerlinde Pölsler | aus FALTER 43/13 vom 23.10.2013

Der Ethnologe Gilles Reckinger erklärt, woher die Lampedusa-Flüchtlinge kommen und wohin es sie verschlägt

Fast 36.000 Menschen kamen 2008 auf Lampedusa an - für den Ethnologen Gilles Reckinger Anlass, sich die Lage vor Ort selbst anzuschauen. Bei mehreren Besuchen auf der Insel lernte er viele Lampedusani kennen, aber auch viele Flüchtlinge - einmal schleuste er sich selbst in das Lager hinein. Aktuell erforscht Reckinger mit Kolleginnen das Leben der Migranten auf Obst- und Gemüseplantagen in Süditalien.

Falter: Herr Reckinger, Sie haben mehrere Bootsankünfte beobachtet. In welchem Zustand sind denn die Leute?

Gilles Reckinger: Der ist meistens nicht so schlecht, wie man sich das vorstellt. Als ich diesen Sommer dort war, sind in einer Woche 900 Flüchtlinge angekommen - das Meer war spiegelglatt, sie waren in zehn Stunden da, das ist die Mindestzeit. Wenn ihnen Boote etwa von der Küstenwache entgegenfahren und sie an Bord oder in Schlepptau nehmen, wird die Reise auch verkürzt


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