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Politik | aus FALTER 43/13 vom 23.10.2013

Schwacher Euro, starke Deutsche

Deutschlands Exportindustrie ist weniger produktiv als die in Schweden, den USA oder Großbritannien, doch sie hat einen entscheidenden Vorteil: den Euro, der im Vergleich zur alten D-Mark schwach ist. Der schwache Euro wird allerdings teuer erkauft mit den Leistungsbilanzdefiziten im Süden Europas und mit Lohndumping. Dumpinglöhne hätten ohne Euro keinen Sinn, vor seiner Einführung wäre jede deutsche Währung zwangsläufig massiv aufgewertet worden.

Jeder Bürger sollte sich über solche grundlegenden Zusammenhänge informieren. Effektiver als bei Joachim Jahnke kann man es kaum tun. Jahnke ist kein Autor und kein Theoretiker, sondern ein Bürger, der Jahrzehnte Berufserfahrung im Bundeswirtschaftsministerum und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in London mitbringt, und mit diesem Wissen nun, im Ruhestand, die Bürger per fortlaufend aktualisierter Website ( www.jjahnke.net) und mit kleinen Büchern aufklärt über die politische und ökonomische Lage.

Jahnkes Methode ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Er gleicht die Behauptungen der Politiker und Medienmacher ab mit amtlichen Daten - das genügt überraschend oft, um allgegenwärtige Halbwahrheiten und Täuschungsversuche bloßzulegen. Jahnke, ein Citoyen im besten Sinn, wird so via Internet zum Vorbild für den informierten und aktiven Bürger von morgen.

Sebastian Kiefer

Joachim Jahnke: Euro - Die unmögliche Währung. Shaker Media, 136 S., € 15,50


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