Mediaforschung  Verführungskolumne

Warum geht nichts weiter in Österreich, Herr Draschtak?

Medien | aus FALTER 43/13 vom 23.10.2013

Geht nicht? Geht doch!“ Diesen Ausruf neben einem zuerst grimmig, dann freundlich dreinblickenden Ärmelschonerträger sieht man derzeit an allen möglichen Orten, in markantem Schwarz-Gelb. Als Inserat in Zeitungen und im Internet, vor einiger Zeit auch als Straßenkleber vor der Universität.

Die Institution, die damit für politischen Wandel werben will, ist keine Partei, aber mindestens so einflussreich: die Industriellenvereinigung (IV). Sie ist derzeit eine der präsentesten Interessenvertretungen, und eine der geschicktesten noch dazu.

Mit ihrem eigenen Wirtschaftsforschungsinstitut (EcoAustria) machen die Industrielobbyisten schon länger Stimmung für ihre Themen. In Bildungs- und Familienfragen suchen sie regelmäßig den Austausch mit der Arbeiterkammer oder auch den Grünen - und kommen dabei meist zu spannenderen Ergebnissen als SPÖ und ÖVP in ihrer Parteiarbeit.

Rechtzeitig im Wahljahr startete die IV nun auch eine zwei Millionen Euro teure Werbekampagne. Schon im Juli wurde in den 4200 Mitgliedsbetrieben für Aufbruchstimmung geworben. Seit 10. Oktober, rechtzeitig zu Beginn der Koalitionsverhandlungen, läuft die zweite Welle im öffentlichen Raum. "Die dritte Welle ist für den Abschluss der Regierungsverhandlungen vorgesehen“, erklärt der Kampagnenverantwortliche Raphael Draschtak, in der IV für Marketing und Kommunikation zuständig. Welcher Slogan dann das Programm der Großen Koalition begrüßen wird? "Geht nicht?“ "Geht doch?“ Unser Vorschlag: "So lala!“ bt


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