Wie gedruckt

Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 43/13 vom 23.10.2013

Einem Geburtstagskind wünscht man ein langes, schönes Leben. Umso überraschender, dass der Standard, am Wochenende 25 Jahre alt geworden, ausgerechnet in der Jubiläumsausgabe laut über sein eigenes Begräbnis sinniert. "Die Tageszeitung sollte darüber nachdenken, ob es sich noch lohnt, täglich Papier zu bedrucken? Ich habe da so meine Zweifel“, erklärt Olivera Stajiæ, Chefin vom Dienst des Standard, in einem Vierergespräch zur Zukunft des Journalismus. "Mittelfristig ist es also mit Print gelaufen?“, fragt der Interviewer nach. Nicht mittelfristig, "aber in fünf, zehn Jahren“ sei die liberale österreichische Tageszeitung Geschichte, antwortet die Standard-Frau- und das nicht nur online, auch in der papierenen Geburtstagsausgabe.

Natürlich kann alles, auch die Zeitung an sich, in Frage gestellt werden. Zum 25. Geburtstag ist das aber kein schönes Geschenk. Deshalb: Alles Gute und ein langes Leben, lieber Standard - auch auf lachsrosa Papier.


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