"Ich habe Schlingensief sofort geohrfeigt“

Feuilleton | Gespräch: Klaus Nüchtern / Rom | aus FALTER 43/13 vom 23.10.2013

Die deutsche Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff spricht über ihre Liebe zur Ordnung, ihre Liebe zu Wien und über ihren Hass auf den grassierenden Hässlichkeitskult

Es ist ein herrlicher Spätsommertag im September. Seit Februar bewohnt Sibylle Lewitscharoff - Tür an Tür mit einem halben Dutzend anderer deutscher Künstlerstipendiaten - eines der großzügig dimensionierten Ateliers der Villa Massimo. "Niemand dabei, der sich komisch benimmt oder komisches Zeug macht - sehr, sehr angenehm. Für mich ist das das Schönste, was man mir je geschenkt hat.“

Lewitscharoff hat eine der lässigsten literarischen Karrieren im deutschen Sprachraum hingelegt. 1998, als sie mit "Pong“ den Ingeborg-Bachmann-Preis gewann, war sie völlig unbekannt, aber mit 44 Jahren zu alt, um noch als "Fräuleinwunder“ gehypt zu werden. Mit Romanen wie "Consummatus“ (2006), "Apostoloff“ (2009) und zuletzt dem mit dem Wilhelm-Raabe-Preis ausgezeichneten "Blumenberg“ (2011) hat sie sich in die erste


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