"Hannah Arendt hatte keine Ahnung“

Feuilleton | Interview: Julia Pühringer / Cannes | aus FALTER 43/13 vom 23.10.2013

In "Der Letzte der Ungerechten“ lässt Claude Lanzmann den Wiener Rabbiner und Judenrat Benjamin Murmelstein zu Wort kommen

Claude Lanzmann wird demnächst 88 Jahre alt, der Dreh von "Der letzte der Ungerechten“ in Wien, Tschechien, Polen und Israel muss ihm an die Substanz gegangen sein. Vor dem Gespräch während des Filmfestivals von Cannes verlangt er erst einmal einen starken Kaffee.

Zu den zentralen Fragen, die er sich bei seiner Beschäftigung mit der Shoah stellte, gehören der jüdische Widerstand und die (vermeintliche) jüdische Kollaboration. Dem ersten Thema hat er sich vor zwölf Jahren mit "Sobibor, 14. Oktober 1943, 16 Uhr“ gewidmet, dessen Ausgangspunkt ein mehrstündiges Gespräch mit Yehuda Lerner war, einem Überlebenden des Konzentrationslagers Sobibor.

Mit der höchst ambivalenten Rolle der sogenannten Judenräte setzt Lanzmann sich nun in "Der Letzte der Ungerechten“ auseinander, und zwar gleichfalls anhand eines elfstündigen Interviews, das bereits im Zuge


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