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Sprachfeuerwerk und Schulalltag

Feuilleton | aus FALTER 43/13 vom 23.10.2013

Metaphern, literarische Anspielungen, Synonymreihen: Marion Poschmanns Roman "Die Sonnenposition“, für den die Autorin soeben den Wilhelm-Raabe-Preis zugesprochen bekam, ruft Assoziationen zum Werk Brigitte Kronauers wach, das für manche schiere Wortmagie ist, für andere bloß Wortgeklingel. Auch im Verlaufe der Lektüre wird man den Verdacht nicht los, dass die Geschichte von Altfried Janich, dem 32-jährigen dicklichen, rotblonden Psychiater, und dessen unnahbarem Freund Odilo, einem Biologen mit dem Spezialgebiet Bioluminiszenz, nur dazu dient, Poschmanns lyrische Wortgewalt zu entfachen - die freilich in dieser Generation (Poschmann ist 43) ihresgleichen sucht. Tapetenarten, Blumen, Marmeladesorten oder Wolken und nicht zuletzt den programmatischen Lichtphänomenen wird dabei mehr Augenmerk geschenkt als der Beziehung ihrer Helden, die inmitten dieses Sprachfeuerwerks in einem merkwürdigen Dunkel bleiben. KB

Als Mutter eines Schulkindes kannst du dein Theater-Abo gegen ein Libro-Abo eintauschen, so viel Zeit verbringst du in einem Papierwarengeschäft.“ So lautet ein Satz aus Niki Glattauers neuem Buch, den wohl nur Eltern nachvollziehen können. In "Leider hat Lukas ...“ setzt sich Glattauer in satirischer Weise mit dem Bildungswesen auseinander. Der Autor kommt aus der Praxis. Er ist selbst Lehrer, hat zuvor als Journalist gearbeitet und Bücher über die heimische Bildungsmisere verfasst. Der Bub, auf den sich der Titel dieses Romans bezieht, ist ein Unterstufenschüler mit erheblichen Schwierigkeiten. Also kümmert sich der Vater um die Schule, während die Mutter Karriere macht. Erzählt wird die Geschichte in Form von Einträgen ins Mitteilungsheft. Diese sind zum Teil witzig und deuten an, was schiefläuft im Schulwesen, wirken aber oft zu konstruiert. Am Ende hat man einiges gelernt - fragt sich aber, ob der Inhalt in einem Sachbuch nicht besser aufgehoben wäre. NH


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