Nüchtern betrachtet 

Brokkoliblanchieren als affirmativer Schabernack

Feuilleton | aus FALTER 43/13 vom 23.10.2013

Irgendwann hat ein Spaßvogel die Meinung geäußert, es sei wichtiger, Fragen zu stellen, als Antworten zu finden. Anlass und Quelle dieser Äußerung sind schnell in Vergessenheit geraten, sodass der Unfug mittlerweile als seriöse Ansicht gilt und den Humus liefert, auf dem die Reflexionswissenschaften und Funkkollegs gedeihen - von deren Früchten ich gerne nasche, wenn ich daneben noch was zu schaffen habe.

Unlängst war ich gerade am Brokkoliblanchieren, als ich aus dem Radio erfuhr, es habe sich erst unlängst jemand "die Frage gestellt, ob sich in unseren gegenwärtigen, hochgradig vernetzten Gesellschaften die Frage, wie selbstbestimmt und souverän das Individuum handeln kann, neu oder zumindest anders stellt“. Die Frage ist fraglos gut gestellt. Mein ganzes Tun, so erfuhr ich von einer Kulturwissenschaftlerin, sei "in Übersetzungsketten eingebaut“, weswegen meine "erste Aufgabe“ darin bestehe, "überhaupt zu verstehen“.

Nach und nach verstand ich. Ursprünglich war ich


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