Prost!  Lexikon der Getränke. Diese Woche: Tegernseer hell

Über ein bayrisches Bier, das eine überraschende Wendung nimmt

Stadtleben | aus FALTER 43/13 vom 23.10.2013

Der Oktoberfest-Spuk ist längst vorbei. Auch wenn diese Tradition ihre Berechtigung hat, so muss sie doch nicht in alle Welt exportiert werden. Meint man. Weißwürste, süße Senfsorten, Biere und die entsprechenden Accessoires wie Fähnchen und Servietten im typischen Blau-Weiß sind wieder in das Standardsortiment der österreichischen Supermarktketten untergetaucht. Nun darf endlich wieder bayrisches Bier getrunken werden. Man denkt ja antizyklisch. Sehr hervorzuheben ist das Tegernseer hell vom Herzoglich Bayerischen Brauhaus Tegernsee. Erstaunlich prickelnd kommt es anfangs daher, umso überraschender ist, dass es gegen Ende des Schlucks ein malzig-hölzernes Aroma entwickelt. Auch aufgrund der hellgelben Farbe würde man nicht darauf schließen, dass es einen warmen, süßlichen Charakter hat. Es ist eines der wenigen Biere, die in einer unaufgeregten Weise überraschen. Das ist auch der Grund, warum man dieses Bier so gerne und immer wieder gerne trinkt.

Von der Aufmachung her ist es ein sehr traditionelles Produkt: Das Wappen des Klosters Tegernsee wurde zentral auf die bayrische Flagge platziert. Zu sehen ist auch das Kloster selbst, das bis ins 19. Jahrhundert von den Benediktinern betrieben wurde - von wegen ora et labora. Heute befindet es sich im Besitz der herzoglichen Familie der Wittelsbacher. Schön an diesem Bier ist auch, dass man an die alten, gedrungenen Bierflaschen erinnert wird, die bis Ende der 1990er-Jahre in Österreich verwendet wurden. Tegernseer hell wird zum Beispiel im Zweitbester verkauft. MS


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