Film Neu im Kino

Eine Reise mit Längen: "Exit Marrakech"

Lexikon | aus FALTER 43/13 vom 23.10.2013

Er sei intelligent, doch wirke er gelangweilt, konstatiert der Internatsleiter und rät dem jungen Ben: "Mach was aus deiner Reise!" Diese führt den 17-Jährigen nach Marrakesch, wo sein ihm entfremdeter Vater Heinrich ein Theaterstück zeigt. Die folgende Annäherung der beiden gestaltet sich zäh.

Caroline Links Spielfilm "Exit Marrakech" ist zweigeteilt: Zunächst taucht Ben unter und erkundet das Land, später ist er mit seinem Vater unterwegs. Lange treibt ein Spiel mit drohender Gefahr die Handlung voran: Ben ist Diabetiker und allein im fremden Marokko. Doch diese Spannung verläuft sich in einer Aneinanderreihung von Tagen und Nächten, Stationen und Details: Nicht nur wirkt die ohnehin dünne Kommunikation der Figuren dadurch zerfleddert. Auch die sich tatsächlich ereignenden dramatischen Situationen fügen sich ohne Spannungsbogen in diese Abfolge ein.

Zugutehalten muss man Link, dass sie nicht übertreibt: Die mit Längen bezahlte unspektakuläre Herangehensweise an die Geschichte treibt authentische Stimmungsblüten, die Entwicklung der Figuren erscheint realistisch. SZ

Ab Fr in den Kinos


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