Theater Kritik

Wie man gleich zwei Sakramente verhöhnt

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 43/13 vom 23.10.2013

In Italien sind Volksstücke keine derben Bauernschwänke. Etwa "Hochzeit auf Italienisch (Filumena Marturano)" von Eduardo De Filippo (1946), wobei Regisseur Thomas Birkmeir in seiner Inszenierung auch auf den Film von Vittorio De Sica (1964) rekurriert. Die Tragikomödie um Filumena, einst kindliche Prostituierte, dann ihr halbes Leben lang Mätresse, Haushälterin und Altenpflegerin ihres Stammkunden Domenico Soriano, will sich und ihre Söhne durch eine späte Heirat absichern. Schöne Rollen für Sandra Cervik und Herbert Föttinger, der stark an Marcello Mastroianni angelehnt agiert. Der Inhalt freilich ist nur mehr antiquiert. Trotzdem reicht das für einen intelligent-witzigen und melancholischen Abend in der Josefstadt.

Josefstadt, Fr-Mo 19.30, So auch 15.00


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