Rote Farbe aus der braunen Tube

Modern in der Form, abstoßend in der Idee: der Maler Emil Nolde in einer Belvedere-Schau


FABENLEHRE: MATTHIAS DUSINI
Feuilleton | aus FALTER 44/13 vom 30.10.2013

Die Farbflecken nehmen die Gestalt von Blumen und Landschaften an, die Figuren sind auf ein Minimum reduziert, eher Energiefelder denn konkrete Personen. Nicht die scharf konturierte Außenwelt, sondern die verfließende Innenwelt ist seine Domäne. Der deutsche Maler Emil Nolde (1867-1956) modernisierte die Malerei durch formale Reduktion und farbliche Expansion. Mohnblumen und die Sonne explodieren vor nachtschwarzem Himmel.

Das Belvedere würdigt den Publikumsliebling mit einer großen Schau, deren Werke überwiegend aus der Nolde-Stiftung Seebüll stammen. Die Ausstellung "In Glut und Farbe" zeigt den Künstler als Helden der Moderne und seinen Einfluss auf österreichische Maler wie Werner Berg und Herbert Boeckl. Noldes antimodernes Gedankengut wird nur am Rande vermittelt.

Nolde war ein glühender Nazi. "Ich habe von Beginn der Nationalsozialistischen Bewegung an als fast einzigster deutscher Künstler in offenem Kampf gegen die Überfremdung der deutschen Kunst gekämpft", schrieb

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