Mediaforschung Verführungskolumne

Frauen sollen "Sklaven sein": UN Women werben mit Google

Medien | NINA HORACZEK | aus FALTER 44/13 vom 30.10.2013

Arbeiten, boxen, wählen gehen, Rechte haben -die Liste der Dinge, die Frauen nicht tun dürfen, ist lang. Zumindest wenn man der "Autocomplete"-Funktion der Suchmaschine Google glaubt. Dieser Dienst liefert automatisch die häufigsten Ergänzungen bei Suchanfragen.

Diesen Automatismus hat sich Christopher Hunt von Memac Ogilvy & Mather Dubai für seine aktuelle Frauenrechtskampagne im Auftrag der UN-Organisation "UN Women" zunutze gemacht, die sich für die Gleichstellung der Geschlechter engagiert.

Dass diese ein ordentliches Stück entfernt ist, zeigen die neu gestalteten Kampagnensujets. Die Idee ist ebenso simpel wie gut: Am 9. März 2013, einen Tag nach dem Weltfrauentag, gaben die Kreativköpfe von Memac Ogilvy & Mather Dubai "women shouldn't" in die Google-Suchmaske ein und ließen sich den Satz von Google automatisch vervollständigen.

Was Frauen, zumindest nach Meinung zahlreicher Google-Nutzer, nicht dürfen -boxen, arbeiten, wählen gehen und Rechte haben -visualisierten die Werber in verschiedenen Frauenporträts, bei denen der Mund durch das Google-Suchfeld überdeckt ist.

Memac Ogilvy &Mather Dubai hat Google auch gefragt, was Frauen eigentlich dürfen. Das Ergebnis ist nicht viel besser. Frauen sollen "zu Hause bleiben","Sklaven sein" oder "in die Küche gehen", war da zu finden.

Seit März 2013 hat sich aber auch Google weiterentwickelt. Wer den Suchdienst heute fragt, was Frauen sollen, dem empfiehlt Google "keine Hosen tragen" und "still sein".


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