Ein Schwarzbuch, das nicht ins Schwarze trifft

Der Journalist Hans Weiss wollte die Arbeit der ÖBB skandalisieren. Sein Aufdeckerbuch über die Bundesbahnen ist aber selbst mangelhaft

Politik | REZENSION: SIBYLLE HAMANN | aus FALTER 44/13 vom 30.10.2013

Die Bahn ist grundsätzlich für ihre Passagiere da. Für Menschen, die von A nach B kommen wollen, möglichst schnell, möglichst bequem, möglichst umweltfreundlich.

Doch konkret ist die Bahn, zumindest in der österreichischen ÖBB-Variante, für alles mögliche da, ehe jemand an die Passagiere denkt. Sie dient als lukratives Betätigungsfeld für die Bauwirtschaft. Sie ist treue Abnehmerin für die Gerätschaften von Siemens und anderen Firmen, die profitable Geschäfte machen wollen. Sie ist einem Ex-Verkehrsminister zu Diensten, der sich ein paar Millionen für Inserate wünscht. Auch bei Bahnhöfen geht es nicht in erster Linie um Aufenthaltsorte für Reisende, "sondern um den Bau von Einkaufszentren. Oder um lukrative Verwertungen von ÖBB-Immobilienbesitz", wie der Journalist Hans Weiss, Autor des Werkes "Schwarzbuch ÖBB", treffend schreibt.

Aus diesem Widerspruch hätte man ein spannendes Buch machen können. Oder auch aus diesem: dass wir angeblich immer schneller werden, und


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