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Sexarbeit: Sklaverei und/oder Dienstleistung?

Lexikon | LK, BW | aus FALTER 44/13 vom 30.10.2013

Die Diskussion "Sexarbeit zwischen Verrechtlichung und Verbot" im Rahmen der Veranstaltungsreihe "femmes globales" im Ega widmet sich dem gesellschaftlichen Tabuthema Prostitution als Dienstleitung mit Steuerbescheid bzw. strafrechtliches Delikt. Der Hauptaugenmerk liegt dabei auf den unterschiedlichen Regelungen innerhalb Europas. In Deutschland etwa gelten sexuelle Dienstleistungen als Lohnarbeit, in Schweden hingegen werden die Freier bestraft und somit die Sexarbeiterinnen weiter in die Illegalität gedrängt. Wo die Vorund Nachteile der jeweiligen Regelungen liegen, wird von verschiedenen Expertinnen und Experten (u.a. Eva van Rahden von Sophie -Bildungsraum für Prostituierte) diskutiert.

Das 17. Hildegard-Burjan-Gespräch (u.a. mit Joana Adesuwa Reiterer vom Verein Exit) im Amtshaus Hietzing setzt sich mit dem Thema "Frauenhandel - Der tolerierte Skandal?" auseinander. Auf Wiens Straßen gehen derzeit an die 3000 Frauen anschaffen. Die Dunkelziffer ist vermutlich mehr als doppelt so hoch. Nur rund hundert von ihnen sind Österreicherinnen, der Rest kommt vorwiegend aus Rumänien, Bulgarien und Ungarn. Viele von ihnen wurden unter Vorspiegelung falscher Tatsachen nach Österreich gelockt: Den Mädchen wurden Jobs als Tänzerinnen, als Babysitterinnen und als Reinigungskräfte versprochen. Kaum sind sie im Land, wird ihnen dann der Ausweis abgenommen. Sie werden "zugeritten", das heißt so oft vergewaltigt, bis ihr Wille gebrochen ist. Dann werden sie auf die Straße geschickt, als Prostituierte. Oft sind die Mädchen gerade einmal 18 Jahre alt, manchmal sogar jünger. Sie schuften Nacht für Nacht - eine schnelle Nummer für 20 Euro, ein Blowjob für gerade einmal zehn. Von dem Geld sehen sie nichts. Fast alles geht an die Zuhälter. Frauenhandel ist die extremste Form der Ausbeutung seit der Abschaffung der Sklaverei. Jährlich werden allein in Europa rund 500.000 Mädchen und Frauen durch falsche Versprechungen und mit Gewalt zur Sexarbeit gezwungen.

Ega, Di 18.30 bzw. Amtshaus Hietzing, Do 18.30


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